Das spanische Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen (MITECO) hat ein neues wettbewerbliches Förderprogramm für die Clean-Tech-Produktion zur öffentlichen Konsultation gestellt, wobei Einreichungen bis zum 25. September 2026 möglich sind. Das Programm zielt auf die inländische Produktion von Ausrüstungen, Komponenten und Prozesseinsätzen für Photovoltaik, Batterien, Stromnetze, Windenergie, erneuerbaren Wasserstoff und Wärmepumpen ab und erweitert eine Förderlinie, die bereits 458 Millionen Euro an 73 Industrieprojekte verteilt hat.

Eine breitere Liste förderfähiger Technologien

Das am 7. September veröffentlichte Konsultationsdokument stellt das neue Programm als Ergänzung zu Ausbausubventionen dar, indem es die Angebotsseite anspricht. Über die sechs Haupttechnologien hinaus listet das Ministerium Rohstoffe auf, die für eine Netto-Null-Wirtschaft benötigt werden, was auf ein Interesse an Verarbeitungskapazitäten für Vorleistungen wie Silizium, Lithium oder seltene Erden hindeutet, die in die Clean-Tech-Wertschöpfungskette einfließen.

Die Mittelvergabe wird vom Institut für Energievielfalt und Energieeinsparung (IDAE) verwaltet, der dem MITECO unterstellten Behörde, die frühere Förderprogramme für erneuerbare Energien durchgeführt hat. Die Vergabe erfolgt über ein wettbewerbliches Verfahren und nicht nach dem Windhundverfahren, und das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für den Programmplanungszeitraum 2021-2027.

Was RENOVAL bereits finanziert hat

Das neue Programm baut auf zwei abgeschlossenen Runden des RENOVAL-Programms auf. Unter RENOVAL 1 vergab das MITECO 296 Millionen Euro an 33 Projekte, darunter sieben Photovoltaikanlagen und vier Batterieproduktionsstandorte. Zu den Begünstigten gehörte SUNWAFE, das Unterstützung für die Herstellung von Siliziumbarren und Wafern erhielt, ein vorgelagerter Schritt, den die spanische Industrie weitgehend nach Asien ausgelagert hatte.

RENOVAL 2 fügte weitere 162 Millionen Euro für 40 Projekte hinzu, wodurch sich die laufende Summe auf 458 Millionen Euro verteilt auf 73 Industrieanlagen beläuft. Das Ministerium hat keine vollständige Liste der Begünstigten für die zweite Runde veröffentlicht, aber die Schlagzeile deutet auf kleinere durchschnittliche Fördersummen als in der ersten Runde hin, was mit einer Verschiebung hin zu Komponenten und Montage anstelle von großen Gigafabriken vereinbar ist.

Wo Spanien bereits Kapazitäten hat

Das MITECO argumentiert, dass zwei Jahrzehnte des Windkraftausbaus Spanien eine nahezu vollständige inländische Lieferkette für Turbinen hinterlassen haben. Das Ministerium sagt, dass spanische Fabriken fast 100 % der Komponenten für Windkraftanlagen und mehr als 60 % der in der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette verwendeten Komponenten produzieren können, obwohl letztere Zahl eine fortgesetzte Abhängigkeit von importiertem Polysilizium und Wechselrichtern verdeckt.

Spanien verzeichnet laut dem Ministerium auch einen Handelsüberschuss bei grünen Technologien und exportiert Turbinen, Tracker und Anlagenperipherie-Komponenten nach Lateinamerika und in den Rest Europas. Das neue Programm soll diese Position gegen den chinesischen Preisdruck bei Solar und Batterien sowie gegen die Subventionen für Rückverlagerung verteidigen, die in Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten angeboten werden.

Einordnung in den EU-Industrievorstoß

Das MITECO stellt die Konsultation als Umsetzungsinstrument für zwei von Brüssel geleitete Initiativen dar: den Clean Industrial Deal der Europäischen Kommission, der darauf abzielt, die Clean-Tech-Produktion in Europa zu verankern, und die Strategic Technologies for Europe Platform (STEP), die Verordnung von 2024, die darauf ausgelegt ist, Mittel in Richtung kritischer Technologien zu lenken. Die Verwendung von EFRE-Mitteln für die Produktion anstelle der bekannteren Ausbauförderungen entspricht dem Vorstoß der Kommission, Kohäsionsfonds für die Industriepolitik umzuwidmen.

Diese Ausrichtung ist für die verfügbaren Summen von Bedeutung. Spanien ist einer der größten Empfänger von EFRE-Zuweisungen im Zeitraum 2021-2027, und die Mitgliedsstaaten standen unter Druck aus Brüssel, einen größeren Anteil dieser Mittel in strategische Technologien anstelle konventioneller Regionalentwicklungsprojekte zu lenken. Die Konsultation signalisiert daher, wie Madrid die Kohäsionspolitik mit der Industriepolitik in den verbleibenden Jahren des aktuellen Haushalts in Einklang bringen will.

Eine gut gefüllte spanische Förderpipeline

Die Konsultation zur Clean-Tech-Produktion erscheint zusätzlich zu einer ungewöhnlich stark frequentierten Pipeline spanischer Energiesubventionen. Im August 2026 vergab das MITECO 433,44 Millionen Euro an 524 innovative Projekte für erneuerbare Energien und Speicherung unter Runde 2 des RENOINN-Programms, einem separaten Programm, das auf kleineren Ausbau abzielt. Die beiden Programme überschneiden sich nicht direkt: RENOINN unterstützt Erzeugungs- und Speicherprojekte, während die neue Konsultation auf Fabriken und Komponenten abzielt.

Die parallele Durchführung beider Programme wirft eine Verwaltungsfrage auf. Das IDAE muss wettbewerbliche Anträge für die Produktion bearbeiten und gleichzeitig Ausbauzuschüsse weiter auszahlen, und die Direktion für erneuerbare Energien im MITECO muss mit den territorialen Industriestellen in den autonomen Gemeinschaften koordinieren, die den Großteil der EFRE-Projektauswahl abwickeln.

Organisationen

Ministry for the Ecological Transition and the Demographic Challenge · Institute for the Diversification and Saving of Energy · European Commission