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Apple überarbeitet EU-App-Bedingungen, streicht Pro-Installation-Gebühr zugunsten von 5-Prozent-Provision

Die überarbeiteten Bedingungen, die mit der Europäischen Kommission vereinbart wurden, erlauben Entwicklern, Apple-Zahlungen mit Alternativen zu kombinieren, und erweitern die Berechtigung für Web-Verteilung ab Oktober in der gesamten EU.

By , Technologieredakteurin

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10 min read

Apple hat das umstrittenste Element seiner EU-App-Vertriebsbedingungen gestrichen und ersetzt eine pro Installation fällige Gebühr, die regulatorische Kritik auf sich zog, durch eine klare 5-Prozent-Provision auf digitale Transaktionen. Die Änderungen, die am Dienstag angekündigt wurden und ab dem 1. Oktober in Kraft treten, folgen monatelangen Verhandlungen mit der Europäischen Kommission und stellen die bedeutendste Überarbeitung dar, seit Apple sein Ökosystem erstmals für alternative Verteilung in der EU geöffnet hat.

Einheitliche Bedingungen ersetzen das Zwei-Spur-System

Als Apple Anfang 2024 dem Digital Markets Act nachkam, bot es EU-Entwicklern eine Wahl: bei den bestehenden App-Store-Bedingungen bleiben oder neue Bedingungen annehmen, die alternative Verteilung und Zahlungsabwicklung erlaubten. Der Haken: Die neuen Bedingungen enthielten die Core Technology Fee, eine Gebühr von 50 Eurocent pro erstjähriger Installation, sobald eine App eine Million Installationen überschritten hatte. Für eine beliebte kostenlose App konnte diese Gebühr in Millionen Euro pro Jahr laufen und bestrafte damit genau die Skalierung, die alternative Verteilung attraktiv machte.

Die Kommission machte deutlich, dass sie Apples ursprüngliche Compliance als unzureichend ansah. Margrethe Vestager, damals EU-Wettbewerbskommissarin, erklärte damals, die Bedingungen stellten keine echte Wahl dar. Entwickler wie Spotify und Epic Games teilten diese Sicht und argumentierten, die Gebührenstruktur mache den Verlassen des App Store für die meisten Apps wirtschaftlich irrational. Die Kommission eröffnete im Juni 2024 ein Nichteinhaltungsverfahren, und Apple drohten Strafen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes bei einem Verstoß.

Unter den überarbeiteten Bedingungen verschwindet dieses Zwei-Spur-System. Jeder Entwickler, der Apps in der EU vertreibt, wird unter einem einheitlichen Satz von Bedingungen operieren. Die Core Technology Fee entfällt vollständig. An ihre Stelle tritt die Core Technology Commission: eine 5-prozentige Abgabe auf digitale Transaktionen in Apps, die außerhalb des App Store vertrieben werden. Auch die initiale Akquisitionsgebühr und die Store-Service-Gebühr entfallen. Apple erklärt, Entwickler könnten die neuen Bedingungen sofort unterzeichnen.

Was die 5-Prozent-Provision in der Praxis bedeutet

Der Wechsel von einer pro-Installation-Gebühr zu einer prozentualen Provision ist bedeutsam, weil er das existentielle finanzielle Risiko beseitigt, das die alte Gebührenstruktur für erfolgreiche kostenlose Apps darstellte. Eine Social-Media-App mit zehn Millionen EU-Nutzern, die sie pro Jahr herunterladen, hätte unter der alten Core Technology Fee eine Rechnung von 5 Millionen Euro erhalten, unabhängig davon, ob sie mit diesen Nutzern Umsatz erzielte. Im neuen Modell partizipiert Apple nur, wenn Geld fließt.

Der 5-Prozent-Satz gilt spezifisch für Apps, die außerhalb des App Store vertrieben werden, sei es über alternative Marktplätze oder über das Web. Apps, die über den App Store selbst vertrieben werden, unterliegen weiterhin Apples Standard-Provisionsstruktur, die je nach Entwicklerumsatz und Abonnementdauer zwischen 15 und 30 Prozent liegt. Apple gibt an, die Provisionssätze über alle Vertriebskanäle hinweg angepasst zu haben, hat jedoch keinen vollständigen Vergleichstabelle veröffentlicht.

Für Entwickler ist die Rechnung einfach. Ein kleiner Entwickler, der ein 5-Euro-Abo über einen alternativen Marktplatz verkauft, schuldet Apple nun 25 Cent pro Transaktion. Dieselbe Transaktion über Apple In-App Purchase würde zum Small-Business-Satz von 15 Prozent 75 Cent kosten, zum Standardsatz von 30 Prozent 1,50 Euro. Die Lücke verringert sich für größere Entwickler, die im App Store 15 Prozent zahlen, doch der alternative Weg bleibt pro Transaktion günstiger.

Gemischte Zahlungen endlich erlaubt

Vielleicht die folgenreichste Änderung für Nutzer und Entwickler: Apple erlaubt nun, Apple In-App Purchase neben alternativen Zahlungsoptionen innerhalb derselben App anzubieten. Unter den bisherigen EU-Bedingungen mussten Entwickler, die alternative Zahlungen wählten, Apples System vollständig ausschließen. Diese binäre Wahl zwang Entwickler, sich zwischen der Sicherheit und Bequemlichkeit von Apples Checkout und den niedrigeren Gebühren Drittanbieter-Prozessoren zu entscheiden. Nun können sie beides anbieten.

Es gibt Bedingungen. Apple verlangt, dass Entwickler "Präsentationsanforderungen" einhalten, die Nutzern ein konsistentes und transparentes Erlebnis bieten sollen. Das Unternehmen hat nicht detailliert, was diese Anforderungen genau umfassen, doch ähnliche Regeln in anderen Rechtsordnungen bedeuten typischerweise, dass Entwickler Nutzer nicht durch irreführendes Design zu günstigeren Optionen lenken dürfen. Entwickler müssen ihre Zahlungsoptionen wählen und für 12 Monate beibehalten, um häufiges Wechseln zu verhindern, das Nutzer verwirren oder Sicherheitslücken schaffen könnte.

EU-Entwicklern stehen vier Optionen zur Verfügung: nur Apple In-App Purchase; alternative Zahlungsabwicklung innerhalb der App; Verlinkung aufs Web für die Bezahlung; oder eine Kombination daraus. Die 12-Monats-Bindung bedeutet, dass ein Entwickler, der sich heute für gemischte Zahlungen entscheidet, Apples System nicht im Januar wieder entfernen kann, falls die Integrationskosten zu hoch erscheinen.

Kinderschutz und die Lücke bei der Web-Verteilung

Apple hat seinen Widerstand gegen die Öffnung der iOS-Verteilung teilweise als Sicherheitsargument formuliert, und die überarbeiteten Bedingungen spiegeln diese Sorge wider. Bei alternativen Zahlungsflüssen erklärt das Unternehmen, es habe mit der Kommission Kinderschutzmaßnahmen implementiert. In EU-Mitgliedstaaten, die für digitale Handlungen von Kindern über 13 Jahren eine elterliche Zustimmung verlangen, gelten diese Schutzmaßnahmen auch für alternative Zahlungen.

Das Unternehmen erweitert auch die Berechtigung, alternative App-Marktplätze zu betreiben oder Apps über das Web zu vertreiben, wobei die Quellmitteilung keine präzisen Kriterien nennt, außer dass Unternehmen unter weiter gefassten Bedingungen qualifizieren. Web-Verteilung, die nur in der EU verfügbar ist, bleibt der am wenigsten regulierte Kanal. Apple betont, dass es keinen Marktplatzbetreiber gibt, der für web-verteilte Apps eine laufende Aufsicht bietet, und warnt, dass ein böswilliger Akteur längere Zeit operieren könnte, bevor er entdeckt wird.

Um dieses Risiko zu mindern, wird Apple weiterhin verlangen, dass jede alternativ vertriebene App die Notarisation besteht, seinen Basis-Prüfprozess. Die Notarisation prüft grundlegende Funktionalität und scannt nach Malware und anderen schweren Bedrohungen, ist aber ein schlankerer Prozess als die vollständige App-Store-Prüfung. Sie bewertet keine Inhalte, Altersfreigaben oder die Fairness des Geschäftsmodells. Apple argumentiert konsequent, diese Lücke sei der Preis für regulatorisch geforderte Offenheit; die Kommission argumentiert konsequent, Apple übertreibe das Risiko.

Warum die Kommission auf diese Änderungen drängte

Die Europäische Kommission bestimmte Apple im September 2023 als Gatekeeper gemäß dem Digital Markets Act und verpflichtete es, alternative App-Verteilung und Zahlungsabwicklung zuzulassen. Apples ursprüngliche Compliance, vorgestellt im Januar 2024, wurde weithin als darauf ausgelegt kritisiert, Entwickler von der Nutzung der neuen Freiheiten abzuhalten. Die Core Technology Fee wurde insbesondere als Strafe für Skalierung gesehen, die alternative Verteilung für jede App mit großer Nutzerbasis kommerziell unattraktiv machte.

Die Kommission eröffnete im Juni 2024 formale Nichteinhaltungsverfahren. Diese prüften, ob Apples Beschränkungen beim Steering, seine Gebührenstruktur und seine Anforderungen an alternative Verteilung den DMA-Verpflichtungen genügten. Die Ankündigung vom Dienstag deutet darauf hin, dass Apple und die Kommission eine substanzielle Einigung erzielt haben, obwohl die Kommission ihre Untersuchung nicht正式 geschlossen hat. Ein Sprecher der Kommission kommentierte nicht sofort, ob die überarbeiteten Bedingungen alle offenen Bedenken ausräumen.

Der Zeitpunkt ist wichtig. Die Kommission stand unter Druck zu zeigen, dass der DMA greifbare Ergebnisse für europäische Verbraucher und Unternehmen liefert. Apple wiederum sieht sich DMA-Vollzug an mehreren Fronten gegenüber, einschließlich Anforderungen zur Interoperabilität mit Drittgeräten und Zubehör. Die App-Verteilungsfrage auf relativ günstigen Bedingungen zu lösen, bevor ein formaler Verletzungsbescheid ergeht, erlaubt Apple, ein präzedenzsetzendes Urteil zu vermeiden.

Die kommerzielle Kalkulation für Entwickler

Für kleine und mittlere Entwickler sind die überarbeiteten Bedingungen eindeutig besser als ihre Vorgänger. Der Wegfall der Pro-Installation-Gebühr beseitigt das größte finanzielle Risiko, und die Möglichkeit, Zahlungsoptionen zu mischen, erlaubt ihnen, Apples vertrauenswürdigen Checkout neben günstigeren Alternativen anzubieten. Ein Entwickler, der weltweit unter einer Million Dollar verdient, zahlt im App Store bereits 15 Prozent; die 5-prozentige alternative Provision bietet sinnvolle Einsparungen, kommt aber mit den Kosten für Integration und Wartung eines separaten Zahlungssystems.

Für größere Entwickler ist die Rechnung komplexer. Spotify, einer der lautstärksten Kritiker von Apples App-Store-Politik, muss die 5-Prozent-Provision gegen die Infrastrukturkosten für eigene Zahlungsabwicklung und das Risiko einer Fragmentierung der Nutzererfahrung abwägen. Epic Games, das auf anderen Plattformen seinen eigenen Store betreibt, könnte Web-Verteilung nun attraktiver finden, da die Zulassungskriterien weiter gefasst sind. Die 12-Monats-Bindung bei Zahlungsoptionen fügt eine Planungsbeschränkung hinzu, die es zuvor nicht gab.

Apples Entscheidung, eine Provision auf Transaktionen außerhalb des eigenen Zahlungssystems beizubehalten, ist bemerkenswert. Das Unternehmen behauptet, sein Betriebssystem, Entwicklungstools und APIs schafften Wert für Apps, unabhängig davon, wie sie Zahlungen abwickeln. Diese Position entspricht Apples langjährigem Argument, es habe Anspruch auf eine Rendite seiner Plattforminvestition. Sie entspricht auch der Sicht der Kommission, dass die Rendite verhältnismäßig sein und nicht als Wettbewerbsbarriere fungieren darf.

Was ungeklärt bleibt

Mehrere Fragen beantwortet die Ankündigung vom Dienstag nicht. Apple hat den vollständigen Provisionsplan für App Store und alternative Kanäle nicht offengelegt, was Entwicklern den Vergleich der Gesamtkosten über Vertriebsmethoden erschwert. Die "Präsentationsanforderungen" für gemischte Zahlungen sind unbestimmt, und Entwickler müssen die detaillierte Implementierung sehen, bevor sie beurteilen können, ob sie neue Reibung erzeugen. Die Erweiterung der Berechtigung für alternative Marktplätze und Web-Verteilung wird beschrieben, aber nicht mit präzisen Schwellenwerten definiert.

Fundamentaler bleibt die Nichteinhaltungsuntersuchung der Kommission offen. Apples überarbeitete Bedingungen mögen die Bedenken der Kommission zu App-Verteilung und Zahlungen befriedigen, doch die Untersuchung umfasst auch Beschränkungen beim Steering, der Praxis, Nutzer über günstigere Kaufoptionen außerhalb der App zu informieren. Die Ankündigung vom Dienstag geht auf Steering nicht direkt ein, und diese Frage könnte weitere Reibung erzeugen.

Der DMA verlangt zudem, dass Apple Interoperabilität mit verbundenen Drittgeräten und Zubehör sicherstellt, eine separate Verpflichtung, die ihre eigenen Streitfälle erzeugt hat. Apples Zugeständnisse bei der App-Verteilung lösen diese Fragen nicht, und die Kommission hat gezeigt, dass sie bereit ist, Vollzug über mehrere Bestimmungen gleichzeitig zu verfolgen.

Sources

  1. INSIGHT EU MONITORING

    ieu-monitoring.com · 2026-08-20

Organisations

Apple · European Commission

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